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Inferno Triathlon 2026 | Recap
Inferno Triathlon 2026
....endlich Urlaub mit Alpenfeeling oder doch wieder Ferien der anderen Art...
...Sonne, Wärme, Seen mit glasklarem Wasser, die hohen Berge wie Eiger, Mönch und Jungfrau im Hintergrund, es duftet in den Tälern nach frisch gemähtem Gras und die Glocken der Kühe sind von weitem zu hören. Ein Haus am See mit traumhaft schönem Ambiente....
Hört sich nach Urlaub an, aber das Anliegen ist ein ganz Anderes. Triathlon ist angesagt. Kaum zu glauben, aber da findet ein ganz spezieller Triathlon mit satten 5500hm statt. Der Inferno-Triathlon bei Thun in der Schweiz, im "Märklin-Eisenbahn-Land".
Zum zweiten Mal...
Zum zweiten Mal darf ich hier wieder am Start stehen bei diesem legendären sehr speziellen Triathlon mit all seinen Geschichten und Gegebenheiten. Im Tal sommerlich warm und auf den Anhöhen wie Scheidegg und Schildhorn empfindlich kalt. Im letzten Jahr hat mich ein Gewitter kurz nach Mürren ausgebremst und der Wettkampf wurden wegen Gefahr von Blitzschlag abgebrochen. Wir mussten auf dem direkten Wege nach Mürren zurück und nur die schnellsten Athleten sollten das Ziel am Schilthorn auf 2970m Höhe durchlaufen.
In diesem besagten, letzten Jahr konnte ich das Ziel „Schilthorn“ nur entfernt sehen und dachte damit kann ich leben und müsste nicht noch einmal in die Schweiz anreisen. Leider war es nicht so. Denn Tage später sah ich Bilder vom Zieleinlauf, von diesem letzten Kilometer am Berg, mit kleinen Naturstufen im Fels, Stahlseilen und Fangnetzen am Grad zum Schilthorn und da kam bereits der Gedanke: "Tobi, hier wirst du wohl nochmal am Start stehen".
Inferno Triathlon 2026 – der zweite Anlauf
Ich hatte ihn im Blick, diesen Termin, aber lange mit mir gehadert. Vorweg: Positiv zu sehen ist die Anmeldung für diesen Wettkampf. Bis eine Woche vor dem Start kann man sich ohne Probleme anmelden. Es werden maximal 333 Einzelathleten auf die Reise geschickt und ganz ehrlich, es sind durchweg nur "spezielle" Menschen, die hier an den Start gehen und sich dieser Tortour annehmen. Kurz vor knapp stand meine Entscheidung dann, auf in die Schweiz, ich wage es noch einmal.
Das Schwimmen startet am Strandbad Thun und es werden 3100m quer durch den See bis Oberhofen geschwommen. Leichte Strömung, Wind und je nach Jahr kühle Wassertemperaturen können den ersten Split erschweren. Auch wird am Morgen durch die Orga entschieden, ob wirklich geschwommen wird oder mit dem Schiff auf die andere Seeseite übergesetzt wird und ob man im Laufschuh nach Oberhofen gelangt. In diesem Jahr aber kein Thema. Leichter Wind plus Wellen und eine Wassertemperatur von knapp 24 Grad gestaltetet das Schwimmen recht unproblematisch.
Die Wechselzonen werden am Samstag bestückt, Radsachen + Rennrad werden in Oberhofen, das Mountainbike in Grindelwald, Laufsachen am Stechelberg abgegeben. Und wer mag, warme Laufkleidung im Hochalpinzentrum Mürren eingescheckt und deponiert. Eine halbe Weltreise einen Tag vor dem Wettkampf...
Nach relativ guter Schwimmzeit von 1:03:11 Std. im Neo hatte ich dann wieder festen Boden unter den Füßen. Rein in die Wechselzone, raus aus dem Neo und rauf aufs Rennrad. Auf dem Rad fuhr ich mit Triaeinteiler und für die beiden Radstrecken habe ich einen kleinen Rücksack gepackt mit Regenjacke, Weste, Armlinge und Ersatzmateriel für die Räder.
Mit dem Rennrad geht es jetzt auf die anspruchsvolle Rennradstrecke mit 97km und ca. 2145Hm. Anfangs direkt vom Schwimmausstieg hoch in Richtung Beatenberg, danach wieder abwärts bis Interlaken und entlang des Brienzer See in Richtung "Große Scheidegg". Panorama pur und ohne Worte. Die Berge zum greifen nah. Nach der Passüberquerung (1962m) über kleine Wirtschaftswege nach Grindelwald zur nächsten Wechselzone. Fahrtzeit mit dem Rennrad 4:32:12 Stunden.
Der Wechsel auf das MTB lässt nichts Gutes erhoffen. Von Grindelwald geht es direkt über steile Almwege vorbei an Bergmassiven mit Blick auf Gletscherzungen hinauf zur Passüberfahrt "Kleine Scheidegg" auf 2061m. Über 30km werden hier 1180Hm absolviert, bevor es am hochalpinen Bergbahnhof wieder hinab ins Tal geht. Nach 2:29:59 Std. geht es anfangs vorwiegend über Schotterpisten und später über technisch anspruchsvolle Trails nach Lauterbrunnen und zur Talstation "Stechelberg".
Hier folgt nun das Sahnestück der langen Reise, der Berglauf über 25km mit 2175Hm zum Schilthorn auf 2970m. Leicht abwärts bis Kilometer 6 in Lauterbrunnen geht es jetzt steil aufwärts bis kurz vor Mürren. Dort gibt es wieder ein etwas flaches Laufstück, indem man wieder etwas Kraft tanken kann. In diesem Stück lernte ich Markus kennen (Jahrgang 68) mit seiner 18. Teilnahme beim Inferno-Triathlon (!) und seiner Kernaussage "Wenn du einmal am Start warst, lässt dich dieser Inferno nicht mehr los!!! (-;
Nach Mürren wird es dann einsam und recht anspruchsvoll. Überall wo du anfangs auf der Strecke "überzockt" hast, holt es dich spätestens jetzt gnadenlos wieder ein!!! Es geht nur noch hoch, über schwarze Pisten, Geröllfelder, kleine Pfade, ehemaliges Gletschergebiet bis hin zum Einstieg auf den legendären letzten Kilometer zum Schilthorn...
Die Wetterprognose war am Morgen schwer zu deuten. Leichte Gewitter mit Regen am Berg, aber auch trockene sonnige Abschnitte. Bis jetzt war alles gut, nur ein leichter Schauer unterhalb von Mürren.
Nach Mürren dann ein ganz anderes Bild, erst leichter warmer Regen, dann zunehmend stärkerer kalter Regen, einige Blitze und zwei mächtige Donnerschläge machten mir etwas Gedanken... Anfang entschied ich mich mit Weste zu laufen, später war ich nass bis auf die Haut und ich entschied hinter einer Felswand das langärmlige Unterhemd und ´ne Regenjacke anzuziehen. Im Nachgang wohl etwas zu spät. Nachdem ich den Rücksack absetzte und die nasse Weste auszog, spürte ich erstmals diese Eiseskälte. Mit größeren Problemen bekam ich gerade so das Unterhemd und die Regenjacke angezogen. Die Reißverschlüsse waren die absolute Hölle. Ich war froh, als ich den Rucksack wieder auf dem Rücken hatte und zitternd weiter nach oben steigen konnte. Zum Glück wurde es unter der Jacke etwas wärmer und der Regen wurde weniger. Kilometer für Kilometer schraubte ich mich weiter nach oben. Vorbei an abgedeckten riesigen Schneebergen bis zu einem der letzten Verpflegungspunkte. Von dort aus weiter hoch zur Messstelle "Seewlifure" kurz unterhalb der Liftstation Birg auf 2677m. Dort war für mich das Rennen beendet...
Zum greifen nah und doch so fern...
Das Ziel wurde kurz vor dem Gewitter weiter nach unten verlegt. Nach einer Zielzeit von 12:26:23Std. konnte ich den "Inferno" auf Platz 110 beenden. Nach Zieleinlauf blitzte sogar wieder die Sonne durch die Wolken und das Panorama belohnte für die Strapazen...
Leider fehlten in diesem Jahr ca. 900m mit ca. 300Hm bis zum Schilthorn. Zum greifen nah und doch so fern... Eindrücke und Bilder die ich nicht so schnell vergessen werde und wer weiß, was in den nächsten Jahren so passiert, denn: "...wenn Du einmal am Start warst, lässt Dich dieser Wettkampf nicht mehr los..." 😉
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